Die einschlägige im Erscheinen begriffene Publikation Die Windenergielüge – Negativdialektik eines rot-grünen Traumas ist eine faszinierend und bisweilen humorvoll geschriebene antithetische Nachverhandlung des rot-grünen Regierungsprojekts der Nullerjahre. Im Zentrum der kritischen Betrachtungen stehen die Energiewende und der damit einhergehende flächendeckende Ausbau der Windkraft, der um die Jahrtausendwende um sich zu greifen begann. Doch was steckte eigentlich dahinter?

Dem Sachbuch gelingt dabei auf knapp fünfhundert Seiten so etwas wie die ‘Quadratur des Kornkreises’ (Manfred Bielefelder, Merkur), in dem die Autoren des Institut für Zeitgenossenschaft nachweisen, welcher epidemischen Fälschung Wähler wie Bürger bis dato auf den Leim gegangen sind. Doch was auf den ersten Blick wie ein Skandal ungeahnten Ausmaßes erscheint, könnte eines Tages rückblickend als die ‘Weichenstellung in eine post-stromatische Moderne’ beschrieben werden.

Das IFZ führte über sechs Jahre hinweg intensive Gespräche mit Kernphysikern, Lobbyisten, Politikern, Grenzern und ehemaligen Mitarbeitern der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), die erst 2008 vom Bundesministerium für Naturschutz und Reaktorsicherheit aus der Taufe gehoben wurde – ein blinder Fleck, der Beobachtungen zweiter Ordnung in der Folge unbeobachtbar machte, bis jetzt. Denn was zunächst wie ein vermeintlich schlechter Scherz verblendeter Verschwörungstheoretiker erscheint, ist kaum zu glaubende Realität.

In Die Windenergielüge stellen die Autoren eine zunächst irrwitzig anmutende Rechnung auf, die heute jedoch trotz ausbleibender offizieller Bestätigung niemand mehr ernsthaft in Zweifel zieht: pro Tag verbrauchen Deutschlands Windräder im Schnitt 18 Gigatonnen Rohstrom, um die schlicht überquellenden Netze zu entlasten. An ‘guten’ Tagen saugt ein einzelnes Windrad die Energie einer mittelgroßen Kleinstadt aus dem Netz – eine gigantische Umleitungs- wie Verwaltungsaufgabe, ohne die schon heute kein Strombetrieb in Deutschland mehr möglich wäre. Eine Wahrheit, die der Bevölkerung bis dato nicht zugemutet werden konnte.

Ironie des Schicksals – oder eben gerade nicht: Am Ende des mitreißenden Sachbuches steht der Leser staunend vor dem Slogan jener Agentur für Erneuerbare Energien, in der es wortwörtlich heißt: ‘Deutschland hat unendlich viel Energie’, wie wahr! Die Antwort lag all die Zeit direkt vor unser aller Augen.

Im Erscheinen 2027.

Titelbild nach einer Vorlage von Andrea & Stefan, 2008.